Artikel teilen! „Ich bin kein Messias, ich will ehrliche Arbeit abliefern!“: Ein Bericht vom gestrigen Fantreff mit dem Trainer Claus Dieter Wollit ...

Dachverband der Energie-Fans
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Ein Bericht vom gestrigen Fantreff mit dem Trainer Claus Dieter Wollitz:
"Nachdem Energies
Pressesprecher Lars Töffling die Anwesenden im gut gefüllten VIP-Bereich des Stadions der Freundschaft begrüßt hatte und den Wunsch nach einer sachlichen Diskussion auf Augenhöhe verlauten ließ,
begann eben jene mit der Frage an den Trainer Pele Wollitz, wo die Grenze zwischen erwünschter Kritik und unangebrachter Pöbelei seitens der Fans zu ziehen sei.
Pele verwies auf seine Erinnerung, als in Cottbus die Fans noch als
fanatisch positives Publikum wie „eine Familie hinter der Familie“ standen. Er könne verstehen, dass die Fans in dieser schwierigen Phase enttäuscht sind, jedoch wünsche er sich die Kritik und
die Diskussion erst nach dem Spiel. Während des Spiels gelte es, „die Ärmel hochzukrempeln“.
Er sehne sich danach, dass die Lausitz wieder als Gemeinschaft zusammen wachse, „Freude, Euphorie und Überzeugung“ sollen wieder in die Lausitz zurückkehren.
Für viele Fans gebe es eine riesige Diskrepanz zwischen den Aussagen des Trainers und dem Auftreten der Mannschaft auf dem Platz. Darauf angesprochen, sprach er von seiner Erkenntnis, dass einige
Spieler sich dem Fußball nicht hingeben, doch erst mit Hingabe kann sich ein Konzept und ein System entwickeln. Er betont sein offenes Verhältnis zu den Spielern, seine Begeisterung ginge jedoch
nicht vollständig auf die Spieler über. Des Weiteren erkenne Pele, dass der Stolz auf das, was der FCE bisher geschafft hat, vergessen werde und sprach von einer 1.-Liga-Verwöhntheit, womit er
erklären wolle, dass auch die Fans etwas geben müssen und nicht nur fordern.
Auf die Frage, ob der Umbruch zu heftig stattgefunden hätte, entgegnete Wollitz, dass bei den oft angesprochenen Spielern Timo Rost und Mariusz Kukielka Dinge passiert wären, die der Verein nicht
hätte dulden können und dass die in der Öffentllichkeit veröffentlichten Zahlen nicht selten nicht der Realität entsprächen. Pele spielte auch drauf an, dass auch bei einem Kukielka oder Rost die
Identifikation nicht bewiesen sei, denn „in die Kurve rennen und das Vereinsemblem zeigen“ sei nicht alles. Wollitz zeigte Verbindungen zu Leipzig auf, wo die Spieler „nicht mit einem Porsche zum
Training“ fahren könnten.
Er verstehe den Frust, jedoch gehöre es zum Fan-Sein, dass man auch in schwierigen Zeiten hinter dem Verein stehe. Sicher gehe es nicht ohne Kritik, auch intern gebe es riesigen Frust. Jedoch
zeigte er am Beispiel von Mainz auf, wo trotz des Abstiegs der Verein gefeiert wurde, dass Kritik auch auf Augenhöhe stattfinden sollte.
Als der Vorwurf im Raum stand, dass Pele zwar ein toller Redner sei, man jedoch bisher kein System, keinen Fußball auf dem Platz sehe, erwiderte er, dass er den Nachwuchs in den Profifußball
gebracht habe, er drei tolle Spieler (Dum, Brenzska, Kruska) geholt habe, die sich jedoch erst einmal auf die neue Situation fern von der Heimat einstellen müssten und dass er kein
„Sprücheklopfer“ sei, er schäme sich jedoch nicht für seine Emotionen.
Er sei der Überzeugung gewesen, dass der Umbruch schneller hätte passieren sollen, dass aber eine positive Tendenz sichtbar sei. Er sprach von einer tollen Vorbereitung und bedauere seinen Spruch
vom Aufstieg, der wirklich nur ein Spruch gewesen sei, zutiefst. Er könne die Angst einer Abwärts-Spirale und vor dem Gang in die 3. Liga verstehen, sei dennoch hoch motiviert, dass seine Mission
in der Lausitz von Erfolg gekrönt werde. Er sei nicht bereit, Cottbus nach neun, zwölf Monaten zu verlassen, habe er doch Osnabrück trotz Familie freiwillig verlassen, um mit ehrlichen Leuten und
tollen Fans zu arbeiten.
Von einer Besserung der Lage sei er überzeugt, das Potential sei da. Ob die Emotionalität die Spieler negativ beeinflusse, bezweifle er, nehme er sich doch in den entscheidenden Momenten zurück.
Er werde jedoch „den Kopf trotz Windstoß hochhalten“.
Zu den Personalien ist zu sagen, dass in Hinblick auf den Mangel von Führungspersönlichkeiten „daran gedacht“ werde“, um fehlende Flügelspieler „kümmere ich mich“, so Wollitz.
Dass die Spieler nach dem Spiel oft gleich verschwinden, läge daran, dass sie nicht das abgerufen hätten, was sie sich vorgestellt und von sich selbst erwartet haben. Außerdem bauen die Fußballer
in sich „immer gleich einen Druck“ auf, wohingegen Pele überzeugt sei, dass man sich in einem Heimspiel alles erlauben könne, sofern man alles gibt, der Erfolg käme von allein. Dieses
Mentalitäts-Problem sei nicht von heute auf morgen zu lösen, wichtig sei aber die Überzeugung, dass man sich auf dem richtigen Weg befände.
Und so hätten Trainer und Mannschaft eine erneute Chance verdient, da „Angst ja bekanntlich der schlechteste Ratgeber“ sei.
Er habe die Probleme erkannt, aber diese wären im Winter nicht zu korrigieren gewesen, da die Priorität eindeutig auf solide Arbeit mit dem Vorhandenen anstatt einer ruinösen Transferpolitik
gesetzt wurde.
Um den unbedingten Willen in die Köpfe der Spieler zu bekommen, lebe er dies vor, was im Training bereits Früchte trage, jedoch auf dem Platz noch abgerufen werden muss. Als These stellt Pele
auf, dass vor der Fremdmotivation die Eigenmotivation kommt, ohne diese hat ein Antrieb von außen keine Chance.
Letztendlich bleibt aber zu vermerken, dass sich Pele Wollitz auf die Begegnung mit Hertha BSC nächste Saison freut."
Bianca Koch
Fanclub "Ostfeuer 09" (http://ostfeuer.npage.de)
Übrigens - Der Dachverband ist nunmehr auch über Twitter "verfolgbar":
http://twitter.com/Dachverband_FCE