Sport Frei! Anbei die beiden Anträge auf Abstimmungsverhalten, welche durch Vertreter des Dachverbands am 12.05.2010 beim Verein zur Behandlung in der Mitgliederversammlung am 11.06.2010
eingereicht wurden:
Antrag zum Abstimmungsverhalten der Vereinsführung
Sehr geehrte Damen und Herren,
hiermit beantragen die beiden Mitglieder des FC Energie Cottbus e.V.
- Sven Fischer, geb. am ***
- André Roßeck, geb. ***
im Auftrag des „Dachverbandes der Energie-Fans“ bei der nächsten ordentlichen Mitgliederversammlung 2010 eine Abstimmung zu den Themen „50+1- Regelung“ und „Fanfreundlichere
Anstoßzeiten“.
Ziel dieser Abstimmung ist der Auftrag an den Vereinsvorstand respektive
deren berechtigten Vereinsvertretern, bei zukünftigen Abstimmungen innerhalb wie außerhalb des Wirkungsbereiches der Deutschen Fußball Liga (DFL) für die Beibehaltung der 50+1-Regelung sowie für
fanfreundlichere Anstoßzeiten zu votieren. Im Wortlaut:
Der Vereinsvorstand respektive deren berechtigten Vereinsvertretern werden beauftragt, bei zukünftigen Abstimmungen innerhalb wie außerhalb des Wirkungsbereiches der Deutschen Fußball
Liga (DFL) für die Beibehaltung der 50+1-Regelung sowie für fanfreundlichere Anstoßzeiten zu votieren.
Begründung:
50+1 Regelung:
Diese Regelung besagt, dass z.B. bei aus dem Verein ausgegliederten
Profiabteilungen immer 50% der Anteile plus ein zusätzlicher beim Mutterverein verbleiben müssen. Durch die Abschaffung dieser Regel sehen die Mitglieder des Dachverbandes der Energie-Fans die
Gefahr, dass Wirtschaftsunternehmen die Möglichkeit hätten ausgegliederte Profiabteilungen komplett zu übernehmen. Obgleich momentan die aktuelle Rechtsform des FC Energie Cottbus als
eingetragener Verein eine solche Übernahme durch Wirtschaftsunternehmen nicht zulässt, wollen wir damit, auch aus Solidarität zu anderen Vereinen, unseren Anteil daran leisten, dass die 50+1
Regel in Deutschland generell erhalten bleibt um Zustände wie in anderen Ländern zu verhindern.
Durch riskante und ruinöse Geschäfte eines fremden Investors, könnte der gesamte Verein in seinem Bestand gefährdet werden. Traurige Beispiele sieht man z.B. in England, wo nicht wenige Klubs von
der Bildfläche verschwunden oder hoch verschuldet sind. Ähnlich ist die Situation in Spanien und Italien, wo kurzfristige Erfolge teuer erkauft wurden und sich erdrückende Schuldenberge
auftürmen. Die Klubs sind im Besitz von Milliardären oder Wirtschaftsunternehmen, welche jedoch nicht als Mäzen mit dem Herzen engagiert sind, sondern ihre Beteiligung als scharf kalkuliertes
Investment betrachten. Der Klub verkommt zum Spekulationsobjekt für internationale Finanzjongleure, ohne dass Fans oder Vereinsmitglieder noch Einfluss ausüben könnten. Bisher ist die 50+1 Regel
in den Statuten des DFB und der DFL verankert, Diskussionen über ihre Abschaffung sind in den letzten Jahren aber mehrfach geführt worden.
Daher möchten wir, als Vertreter des Dachverbands der Energie-Fans, die Vereinsvertreter damit beauftragen, bei allen zukünftigen Abstimmungen für die Beibehaltung der 50+1-Regelung zu votieren.
Für fanfreundlichere Anstoßzeiten:
Der momentan bestehende Fernsehvertrag mit „Sky“ mitsamt seinen sehr ungünstigen Anstoßzeiten ab 13:00 Uhr läuft noch bis 2013. So lange wird es gerade im Unterhaus der Bundesliga noch zu Spielen zur Mittagszeit kommen. Der FC Energie Cottbus e.V. und seine Fans leiden im Besonderen darunter. Das Einzugsgebiet rund um Cottbus ist dünn besiedelt und mehr als die Hälfte der Zuschauer nimmt eine längere Anreise in Kauf. Bei Spielen um 13:00 Uhr heißt das, dass dieser Termin sogar mit dem Familienmittagessen kollidiert. Für viele Familien sind die Wochenenden jedoch ohnehin die einzigen gemeinsamen Tage der Woche. Weiterhin sind viele Sportinteressierte die unsere Heimspiele besuchen Hobbyfußballer, welche an Wochenenden in ihren Ligen selbst Fußball spielen und sich zwischen dem eigenen Spiel und einem Stadionbesuch in Cottbus entscheiden müssen. Dies ist gleichbedeutend mit realen Einbußen bei den Zuschauereinnahmen, auch dass hierbei weniger Fans zu den Spielen und weniger Stimmung ins Stadion kommen ist mittlerweile bittere Realität. Auch unsere treuen Auswärtsfahrer, der FC Energie hat geografisch bedingt die weitesten Wege zu Auswärtsspielen, müssen um ein Spiel um ein Uhr zu erreichen mitunter schon kurz nach Mitternacht losfahren.
Daher muss das Ziel für einen zukünftigen Fernsehvertrag sein, an Wochenenden nicht vor 15 Uhr anzustoßen. Auswärtspartien an Freitagen und Montagen sollten ausnahmslos zwischen Vereinen mit Anreiseradien von max. 300km ausgespielt werden, so wie es ursprünglich auch vereinbart war.
Der Fernsehvertrag wird in 2013 wieder neu ausgehandelt. Die Vertreter des FC Energie Cottbus e.V. sollen damit beauftragt werden, bei Gesprächen und Abstimmungen oben genannte Punkte zu vertreten.
Mit freundlichen Grüßen
Sven Fischer André Roßeck



